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Los diez libros de no ficción más vendidos en la lista de bestsellers de Denis Scheck

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Gabriele von Arnim: „Abschied leben“

Los diez libros de no ficción más vendidos en la lista de bestsellers de Denis Scheck

Gabriele von Arnim: „Abschied leben“
Foto: Buchcover Verlag

Man muss sehr lange komplizierte Gedanken wälzen, um zu so einfachen Erkenntnissen zu kommen wie: „Abschied ist auch die Freiheit der Ungewissheit.“ Oder: „Ich wohne nicht nur in meiner Wohnung. Ich wohne auch in meiner Zeit.“ Weil Gabriele von Arnims Essay von solch profunden Einsichten wimmelt, ist er eine Freude zu lesen. (Rowohlt, 272 Seiten, 24 Euro)

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Bojan Pancevski: „Die Nord Stream-Sprengung“

Bojan Pancevski: „Die Nord Stream-Sprengung“

Bojan Pancevski: „Die Nord Stream-Sprengung“
Foto: Buchcover Verlag

Allein das Kapitel über Dieter Romann, den Präsidenten der Bundespolizei, lohnt die Lektüre dieses ebenso spannenden wie lehrreichen Glanzstücks modernen Recherchejournalismus aus der Feder des Chefkorrespondenten des Wall Street Journals. Erstaunlich, wie gut dabei die deutschen Dienste und die deutsche Justiz wegkommen. (Deutsch von Andrea Kunstmann, Harper Collins, 368 Seiten, 22 Euro)

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Gustav Seibt: „Ein Sommer mit Goethe“

Gustav Seibt: „Ein Sommer mit Goethe“

Gustav Seibt: „Ein Sommer mit Goethe“
Foto: Buchcover Verlag

Aus dieser süßen Quelle zu trinken, löst einen Durst aus, der nie gelöscht wird: Nach der Lektüre von Gustav Seibts facettenreichem und wissensprallem Buch möchte man sofort mindestens ein halbes Jahr nur noch Goethe lesen! (C.H. Beck, 272 Seiten, 25 Euro)

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Giulia Enders: „Organisch“

Giulia Enders: „Organisch“

Giulia Enders: „Organisch“
Foto: Adobe Stock

Dass sich dieses medizinische Sachbuch so lange auf der Bestsellerliste hält, liegt nicht nur daran, dass Deutschland eine Nation von Hypochondern ist, sondern auch am warmen und lebensklugen Erzählton, in dem Giulia Enders ihre medizinischen Themen mit Familiengeschichten illustriert. (Ullstein, 336 Seiten, 24,99 Euro)

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Rüdiger von Fritsch: „Die Geschichte in mir“

Rüdiger von Fritsch: „Die Geschichte in mir“

Rüdiger von Fritsch: „Die Geschichte in mir“
Foto: Buchcover Verlag

Rüdiger von Fritsch war deutscher Botschafter in Polen und Russland und ist ein herausragender Osteuropakenner. Sein Vater blieb bis zu seinem Tod 2006 ein verstockter Nazi, der von Zitat, „unserer herrlichen Bewegung“ schwärmte – aber seinen Kindern erstaunlicherweise immer ein Diskussionspartner blieb. Weil von Fritsch von der gewiss nicht einfachen Auseinandersetzung mit diesem Vater, aber auch von der Geschichte seiner Vorfahren und ihrer Verstrickung in die große Geschichte persönlich und spannend erzählt, deshalb ist ihm ein packendes und gedankenreiches Buch gelungen. (Siedler, 336 Seiten, 26 Euro)

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Gisèle Pelicot: „Eine Hymne an das Leben“

Gisèle Pelicot: „Eine Hymne an das Leben“

Gisèle Pelicot: „Eine Hymne an das Leben“
Foto: Buchcover Verlag

Gisèle Pelicot musste am eigenen Leib eines der widerlichsten Verbrechen über sich ergehen lassen, das männliche Perfidie ersinnen kann: Über Jahre hinweg hat sie ihr Ehemann medikamentös betäubt und anderen Männern zur Vergewaltigung ausgeliefert. Doch diese Autobiografie ist weit mehr als ein Bericht über Leid: Sie zeigt eindrucksvoll, wie eine Frau versucht, Würde, Sprache und Selbstbestimmung zurückzuerlangen. Dafür lohnt sich die Lektüre. (Deutsch von Patricia Klobusiczky, Piper, 255 Seiten, 25 Euro)

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Melanie Pignitter: „Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello“

Melanie Pignitter: „Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello“

Melanie Pignitter: „Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello“
Foto: Buchcover Verlag

Eine Frau bricht mit einem VW-Bus gen Süden auf und tritt nach einer Autopanne eine innere Reise an. Schwer zu entscheiden, was an diesem Buch schlimmer ist: die Italienklischees, die Holzhammer-Didaktik der in Coaching-Floskeln verpackten Plattitüden-Ratschläge oder die Erzählform, eine hässliche Schimäre zwischen Roman und Ratgeber. Wer statt dessen Goethes „Italienische Reise“ liest, kommt sich selbst und der Literatur garantiert näher. (GU, 237 Seiten, 20 Euro)

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Benjamin von Stuckrad-Barre: „Udo Fröhliche“

Benjamin von Stuckrad-Barre: „Udo Fröhliche“

Benjamin von Stuckrad-Barre: „Udo Fröhliche“
Foto: Buchcover Verlag

Udo Lindenberg feiert seinen achtzigsten Geburtstag. Also verneigen wir uns vor einem Menschen, der das Deutsche zweifelsohne um eine vor ihm nicht dagewesene Ausdrucksart bereichert hat und uns in seinen Songs Figuren schenkte wie Anna Anarcho, Bodo Ballermann, Deichgraf Hauke Wattenschlick, Eheinstitut Dr. Schraube, Elli Pirelli, Herr und Frau Bieder, Jan von nebenan, Johnny Controlletti, Mr. Schniegelmann, der gute Sprüche kann, Øle Pinguin, Riki Masorati und Terri Terror – und vor Udo Lindenbergs Eckermann Benjamin von Stuckrad-Barre gleich mit. (KiWi, 256 Seiten, 20 Euro)

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Matthias Brandt: „Nein sagen“

Matthias Brandt: „Nein sagen“

Matthias Brandt: „Nein sagen“
Foto: Buchcover Verlag

Widerstand leisten, nicht zum Mitläufer werden, eben „Nein sagen“: Der Schauspieler Matthias Brandt hat eine Rede über die Widerständler des 20. Juli 1944 in Berlin Plötzensee gehalten, in der er darüber nachdenkt, welche Ressourcen es dazu bedarf. Entstanden ist so ein kluges kleines Buch übers Erzählen und Erfinden, Erinnern und Ergänzen, über Widerstand und Mitläufertum, und wie man mit der bedrückenden Gefahr durch die AfD für unsere Demokratie heute umgeht. (KiWi, 128 Seiten, 16 Euro)

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Ildyko von Kürthy: „Alt genug“

Ildyko von Kürthy: „Alt genug“

Ildyko von Kürthy: „Alt genug“
Foto: Buchcover Verlag

Ildyko von Kürthy ist ein Genie. Ein Genie der Selbstvermarkung. Egal, ob von Kürthy aufs Metalfestival nach Wacken campen geht, an Germanys Next Top-Model teilnimmt oder von lebenslangen Ängsten beichtet, alles ist Teil einer cleveren Werbestrategie für ein Produkt namens Ildyko von Kürthy. „Alt genug“ ist denn auch eher so etwas wie ein Star-Schnitt oder ein Tour-T-Shirt, ein Fan-Artikel eben. Ich allerdings bin kein Fan. Wenn Sie ein wirklich gutes Buch übers Altern lesen wollen, empfehle ich Ihnen Silvia Bovenschens „Älter werden.“ (Ullstein, 267 Seiten, 22,99 Euro)

Literaturkritiker Denis Scheck bespricht einmal monatlich die Spiegel-Bestsellerliste, abwechselnd Belletristik und Sachbuch – parallel zu seiner ARD-Sendung „Druckfrisch“. Zu sehen am Sonntag, 17. Mai, um 23.35, in der ARD, die Gäste sind Heike Geißler und Gianrico Carofiglio.