Jane Austens Roman ist eine scharfsinnige Beobachtung seiner Zeit und zählt zu den bedeutendsten Werken englischsprachiger Literatur. Joe Wrights kongeniale Verfilmung mit Keira Knightley läuft heute Abend im Free-TV: „Stolz und Vorurteilâ€.
Jane Austens Roman „Stolz und Vorurteilâ€* von 1813 zählt bis heute zu den meistgelesenen und wichtigsten Werken englischsprachiger Literatur. Nicht nur ist das Buch eine Studie ihrer Zeit, die die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts dokumentiert, sondern auch die Vorlage für viele moderner Liebesgeschichten: Der Grundstein für RomComs wie „10 Dinge, die ich an dir hasse†oder „Bridget Jones†wurde hier gelegt.
Nicht umsonst wurde die Romanvorlage mehrfach filmisch adaptiert, allerdings meist fürs Fernsehen, so etwa 1995 mit der sehr beliebten fünfstündigen BBC-Produktion mit Colin Firth und Jennifer Ehle in den Hauptrollen. Das letzte Mal auf die Kinoleinwand hatte es „Stolz und Vorurteil†1940 geschafft – 65 Jahre später wagte sich Joe Wright erneut an den Stoff. An seiner Seite Keira Knightley, die er schon als „Anna Karenina†besetzt hatte, in der Rolle der Elizabeth und Matthew Macfadyen („Deadpool & Wolverineâ€) als Mr. Darcy.
Herausgekommen ist dabei eine Literaturadaption, die sich vor allem in Sachen Kulisse, Kostüm und Schauspiel sehen lassen kann – nicht umsonst war „Stolz und Vorurteil†u. a. für die Oscars für bestes Szenenbild und bestes Kostümbild nominiert. Auch Keira Knightley war Anwärterin für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin, zog jedoch gegen Reese Witherspoon den Kürzeren. Am heutigen 26. März 2026 könnt ihr euch selbst ein Bild machen, wenn „Stolz und Vorurteil†um 20.15 Uhr im RBB Fernsehen läuft. Eine Wiederholung gibt es am 27. März um 23.45 Uhr.
Alternativ findet ihr „Stolz und Vorurteil†aktuell auf Netflix oder im ARTHAUS+-Channel* von Amazon Prime Video, den ihr im Probeabo für sieben Tage kostenfrei bekommt. Nach Ablauf des Probeabos könnt ihr für 3,99 Euro im Monat eine Vielzahl von Arthouse-Perlen im Channel streamen oder ihr kündigt rechtzeitig wieder:
«Stolz und Vorurteil» im ARTHAUS+-Channel bei Prime Video*
Stolz und Vorurteile gilt es zu überwinden
Familie Bennet, allen voran Mrs. Bennet (Brenda Bethlyn) ist hoch erfreut, als der wohlhabende Mr. Binlgey (Simon Woods) in die Nachbarschaft zieht. Denn mit dem Neuankömmling steigen die Chancen für eine der fünf Bennet-Töchter, vermählt zu werden und der Familie somit zu sozialem Ansehen zu verhelfen. Tatsächlich verliebt sich Mr. Bingley auch auf Anhieb in die älteste der Schwestern, Jane (Rosamund Pike), als er sie auf einem Ball kennenlernt.
Sein Begleiter, Mr. Darcy (Matthew Macfadyen) indes zieht aufgrund seines überheblichen Verhaltens Unmut auf sich, vor allem den der zweitältesten Bennet-Schwester, Elizabeth (Keira Knightley), die ihm zunächst mit Abneigung begegnet, während er sich von ihrem starken Charakter und ihrer Unabhängigkeit angezogen fühlt. Missverständnisse, soziale Unterschiede sowie Stolz und Vorurteile der beiden stehen einer Annäherung im Weg, doch im Verlauf der Geschichte lernen sie, diese zu überwinden.
„Bridgerton†mit angezogener Handbremse
Joe Wright gelingt es, den Geist der Ära authentisch einzufangen und in die Zeit von Jane Austen zu entführen, wenngleich gesagt werden muss, dass seine Verfilmung ins Jahr 1790 vorverlegt wurde, also zur Empire-Zeit spielt, nicht etwa zur Regency-Zeit, wie die Buchvorlage.
Es ist eine Zeit, in der Zwänge und Vorgaben, wie eine Frau zu sein oder nicht zu sein hätte, so eng waren, wie ihre Korsetts. Ähnlich wie in „Bridgertonâ€, gab es nichts Wichtigeres, als eine Frau so schnell wie möglich unter die Haube zu bringen, um ihr Wohl und ihre Zukunft, wie auch das der Familie, gesichert zu wissen.
Kostüme, Intrigen, Irrungen der Liebe – alles Punkte, die der Netflix-Hit „Bridgerton†konsequent fortgeführt hat, weit über die Grenzen der Vorstellbarkeit einer Jane Austen hinaus: Freizügigkeit, Sex, People of Colour – das hätte man im England Ende des 18. beziehungsweise Anfang des 19. Jahrhunderts so natürlich nicht zeigen oder beschreiben können.
Nichtsdestotrotz zeigt sich die Gesellschaftskritik des ursprünglichen Werkes hier gerade in der Starre, in dem Nicht-Passieren, die unserer Zeit eben so harsch gegenüberstehen. Insbesondere in der Rolle der Elizabeth, die Keira Knightley mit einer Mischung aus moderner Frische und klassischem Stolz ganz hervorragend einfängt, findet sich das ganze Wesen des Buches: Mit ihrer Ironie und Stichelei bewegt sie sich immer geradeso an der Grenze, aber doch weit genug, um den armen Darcy um den Verstand zu bringen.
Und so kommt zusammen, was anfänglich nicht, aber dann doch zusammengehört. „Stolz und Vorurteil†mag zwar um einiges biederer sein als „Bridgerton†und in der Umsetzung auch weniger opulent, wenngleich die Ballszenen sich durchaus sehen lassen kann. Romantiker*innen, die große Liebesbekundungen im Regen mögen, können wir den Film aber getrost ans sehnsüchtige Herz legen.
Übrigens bringt Netflix in Kürze eine Neuverfilmung von „Stolz und Vorurteil†im Serienformat. Alles zur Adaption und auch den ersten Trailer findet ihr in diesem Artikel von FILMSTARTS-Redakteurin und unserer Expertin für Historien-Stoffe Annemarie Havran:
Trefft euren neuen Mr. Darcy! Erster Trailer zur «Stolz und Vorurteil»-Serie auf Netflix – nicht nur für «Bridgerton»-Fans
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.



