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Los premios no otorgados se acumulan considerablemente

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Ihm verdanke ich die Erkenntnis, dass Slawen uns Deutsche «die Stummen» nennen. Im Russischen/Polnischen heißt «die Stummen» niemy: «stumm» und niemiecki: «die Stummen». Als seine Eltern in die Bergarbeiter-Siedlung Szopienice (heute Teil von Kattowitz) zogen, gehörten sie noch zu Preußen. Als ihr Sohn 1926 zur Welt kommt, ist sie ein polnischer Ort, die Geburtsurkunde ein polnisches Formular: für «Henryk Józef Bereska», geboren am 17. Mai.

Zu Kriegsbeginn ist er dreizehn und schluckt die Deutsch-Umschulung auf dem Gymnasium. Auf dem Zeugnis wird Henryk zu «Heinrich Bereska». Polnisch ist nun verboten. Bei der Flieger-HJ lernt er Segelflug und macht den «Luftführerschein». Seine ehedem als «Reichsdeutsche» geltende Familie wird 1941 in die vier «Volkslisten» eingeordnet. Die polnisch sprechenden Bereskas bekommen «nur» Volksliste 3: bedingt eindeutschungsfähig.

Die Eltern heißen Maria und Josef, ihr Kind wächst zweisprachig auf. Bei den Großeltern spricht man Deutsch, die Eltern sprechen Polnisch. So kann Henryk als Knirps in zwei Sprachen Auskünfte geben – als beredsamer Slawe und stummer Deutscher.

In die Lehre bei der Preußischen Regierungskasse hagelt Sommer 1944 die Einberufung zur Luftwaffe. Jagdflieger brauchen eine lange Ausbildung. Vielleicht ist ja der Krieg zuvor schon zu Ende? Heinrich kommt nach Fürstenfeldbruck zur Luftkriegsschule. Übt Hunderte Flugstunden. Dann geht Februar 1945 der Treibstoff aus. Kriegsgefangenschaft amerikanisch.

Wer je mit Henryk spricht, staunt, wie er sich in die Schuhe seines Gegenübers stellen kann. Wenn er von Szopienice erzählt, dann mit Verständnis, dass die Polen nach alldem, was sie erlebt haben, ihn als Teil des Nazi-Packs ansehen und zum Teufel wünschen. Dennoch versucht er bei seinen in der Siedlung gebliebenen Eltern wieder Fuß zu fassen, verlorene Abiturjahre nachzuholen. Aber bald nimmt ihn die Ubek, die polnische Stasi, beiseite: «Beweisen Sie uns ihre vorgebliche Loyalität! Schreiben Sie uns etwas von ihren Mitschülern auf – wie die so denken …» Noch in der selben Nacht flieht Henryk, watet bei Forst durch die Neiße und findet in Groß Bademeusel Unterschlupf. Cottbus bescheinigt, dass Heinz Bereska am 21. Oktober 1946 im Flüchtlingstransport angekommen sei.

[Context: The article narrates the life of Henryk Bereska, a bilingual individual with German and Polish heritage, who navigated challenges during World War II and faced complex identity issues. He eventually became a respected translator and received recognition for his work.] [Fact Check: Verify historical accuracy of details related to Henryk Bereska’s life during the war and his achievements as a translator.]

Sein Glücksfall: die Polonistin Jutta Janke

1948 tritt er an der Humboldt-Universität im Slawistischen Institut das Studium an. Kein Heinrich, kein Heinz, er schreibt sich als Henryk ein. Als er 1952 sein Staatsexamen in der Tasche hat, gibt es die Möglichkeit einer Aspirantur an der Uni, einer Stelle im Aufbau-Verlag und drittens das Risiko der Schriftstellerei.

Aufbau wird von einem respektablen Verlagsdirektor geleitet: Walter Janka. Mühseliger Alltag im Polnisch-Lektorat. Manchem geht es mehr um Tempo und Menge, als um Feingefühl und Sprache. Manche Übersetzungen ins Deutsche sind Blödsinn, weil Übersetzer die Mehrfachbedeutungen polnischer Begriffe nicht kennen und Sätze einfach zu Ende phantasieren. Bald findet Henryk es absurd, Übersetzungen anderer zu reparieren. Er kündigt, wird Freiberufler.

[Fact Check: Verify the impact and significance of Henryk Bereska’s work as a freelance translator and his contributions to literature.] [Context: The article reflects on Henryk Bereska’s academic and professional journey, shedding light on challenges faced in the translation field and his transition to freelancing.]

(Note: This is a conversational translation that aims to maintain the tone and essence of the original text.)