Inicio Cultura Literaturpreis: Taiwanerin Yáng Shuāng-zǐ erhält Booker Prize

Literaturpreis: Taiwanerin Yáng Shuāng-zǐ erhält Booker Prize

17
0

Die Taiwanerin Yáng ShuÄng-zÇ hat mit ihrem Roman Taiwan Travelogue den diesjährigen International Booker Prize gewonnen. Auf der Shortlist des renommierten britischen Literaturpreises standen auch zwei Deutsche: Shida Bazyar war mit ihrem Debütroman Nachts ist es leise in Teheran von 2016 angetreten und Daniel Kehlmann mit dem 2023 auf Deutsch erschienenen Roman Lichtspiel.

Taiwan Travelogue spielt in dem von Japan besetzten Taiwan der 1930er-Jahre. Im Fokus stehen zwei Frauen: eine Autorin aus Japan und eine Übersetzerin. Sie bereisen das Land zusammen und teilen nicht nur ihre Leidenschaft für kulinarische Genüsse, sondern lernen sich auch lieben. Doch die von Unterdrückung geprägten politischen Verhältnisse haben auch ihre Auswirkungen auf die Beziehung der beiden. Es ist das erste Mal, dass ein ursprünglich auf Mandarin verfasstes Werk den Preis erhält.

»Die Literatur kann sich nicht von Grund auf von der Politik lösen«, sagte Yáng ShuÄng-zÇ bei der Preisverleihung im Londoner Kunstmuseum Tate Modern. Taiwan habe im Laufe der Zeit unter verschiedenen kolonialen Mächten gelitten und die Bedrohung durch Invasionen erduldet, sagte sie. »Ich glaube an die Kraft der Literatur.«

Schon die Nominierung kurbelt den Verkauf an

Der International Booker Prize ist einer der renommiertesten Literaturpreise weltweit und mit 50.000 britischen Pfund (etwa 58.000 Euro) dotiert, die je zur Hälfte an die Autorin oder den Autor und Übersetzerin oder Übersetzer gehen. Ausgezeichnet werden ins Englische übersetzte Bücher. Sowohl Romane als auch Sammlungen von Kurzgeschichten können eingereicht werden.

Auch jeder der Shortlist-Nominierten erhält ein Preisgeld von 2.500 Pfund (etwa 2.900 Euro). Wichtiger als das Geld dürfte aber der Schub für das Renommee auf einer internationalen Bühne sein. »Sowohl dem Preisträger als auch den für die Shortlist nominierten Autoren ist eine weltweite Leserschaft sicher und sie können mit einem dramatischen Anstieg ihrer Bücherverkäufe rechnen«, ist auf der Booker-Webseite zu lesen. Dass mit Bazyar und Kehlmann zwei Deutsche in der engeren Auswahl standen, wurde in deutschen Feuilletonspalten gefeiert.

Der Preis soll Leser in Großbritannien dazu bringen, mehr »hochwertige Belletristik aus aller Welt zu lesen«, heißt es auf der Webseite. Beachtung findet er jedoch weit über Großbritannien hinaus.